Führung durch die Rikli-Villa und Filmpräsentation für die Dorfgemeinschaft St. Marein

Angeregt durch den Vortrag zum 120. Todestag von Arnold Rikli organisierte Dir. OSR Ferdinand Schwaiger, Obmann der Dorfgemeinschaft St. Marein, am 17. Juni 2026 eine Besichtigung der Rikli-Villa in St. Thomas bei Wolfsberg. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, das kulturhistorisch bedeutende Gebäude von außen und innen kennenzulernen und sich unmittelbar am historischen Schauplatz mit dem Leben und Wirken Arnold Riklis auseinanderzusetzen.

Die Villa wurde vor rund 140 Jahren von Arnold Rikli errichtet und diente ihm und seiner Familie bis zu seinem Tod im Jahr 1906 als Wohn- und Alterssitz. Der aus der Schweiz stammende Naturheiler hatte vor allem im slowenischen Bled internationale Bekanntheit erlangt. Dort entwickelte und praktizierte er seine auf Licht, Luft, Wasser und Bewegung beruhenden Heilmethoden und trug wesentlich zum Aufstieg des Ortes zu einem weithin bekannten Kurzentrum bei.

Nach seinem erfolgreichen Wirken in Bled kehrte Rikli nach Kärnten zurück und ließ in St. Thomas die damals als „Villa Arnoldo“ bezeichnete Villa errichten. Das Gebäude blieb über Generationen im Besitz der Familie. Riklis Urenkelin Mag. Margarethe Simak vermachte es schließlich der Stadtgemeinde Wolfsberg – verbunden mit der Auflage, die Villa nicht zu veräußern und künftig kulturellen Zwecken zu widmen.

Eine lokale Geschichte von europäischer Bedeutung

Bei der Führung wurde deutlich, welches Potenzial die Rikli-Villa als historischer Erinnerungs- und Vermittlungsort besitzt. Das Gebäude ist nicht nur ein architektonisches Zeugnis des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Es ist eng mit einer Persönlichkeit verbunden, deren naturheilkundliche Ideen weit über Kärnten hinaus wirkten und deren Spuren bis heute in Bled und anderen europäischen Kurorten sichtbar sind.

Die Verbindung von originalem Schauplatz, biografischer Erzählung und kulturhistorischer Einordnung eröffnete den Besucherinnen und Besuchern einen unmittelbaren Zugang zu dieser Geschichte. Zugleich zeigte sich, dass die Villa die besondere Chance bietet, ein regionales Thema mit europäischer Dimension neu zu erzählen und für unterschiedliche Zielgruppen erlebbar zu machen.

Vom historischen Gebäude ins Museumskino

Im Anschluss an die Besichtigung wechselte die Gruppe in das Museum im Lavanthaus. Dort wurde der Film über Arnold Rikli gezeigt, der anlässlich seines 120. Todestages entstanden ist und Riklis Lebensweg, seine naturheilkundlichen Vorstellungen und seine Bedeutung für Wolfsberg und Bled filmisch aufbereitet.

Die Verbindung von Führung und Film erwies sich als besonders wirkungsvolles Vermittlungsformat: Zunächst wurde Geschichte am Originalschauplatz sichtbar und räumlich erfahrbar, anschließend konnten die biografischen und historischen Zusammenhänge im Museum vertieft werden.

Die Veranstaltung fand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Dorfgemeinschaft St. Marein großen Anklang und wurde mit viel Lob und Anerkennung bedacht. Sie zeigte zugleich, wie die Rikli-Villa bereits mit überschaubaren Formaten behutsam für kulturelle und touristische Zwecke genutzt werden könnte – als Ort der Erinnerung, der Begegnung und der lebendigen Vermittlung regionaler Geschichte.

Projekt: Arnold Rikli und die Rikli-Villa
Veranstaltung: Führung und Filmpräsentation
Datum: 17. Juni 2026
Kooperationspartner: Dorfgemeinschaft St. Marein, Museum im Lavanthaus

Fotos: Dir. OSR Ferdinand Schwaiger / Thelian